Über die Grenzen ...

Herbstliche Ausblicke ...
Herbstliche Ausblicke ...

... Italiens und Österreichs fahren Pio und ich in Kürze zurück nach Deutschland.

 

Ich blicke zurück auf intensive Wochen und Monate. Meine Auszeit – da darf ich mich glücklich schätzen – dauert noch bis Ende Oktober, doch der Abschied aus Italien fällt mir schwer, hatte ich hier doch eine wirklich bewegende Zeit.

 

Über die Grenzen bin ich zu Beginn meiner Auszeit gegangen – nicht nur symbolisch von Deutschland über die Schweiz nach Italien –, habe mich voller Neugier und Mut mit meinem tollen grünen Bus allein auf den Weg gemacht, um Neues – auch in mir – zu entdecken. Dies ist mir gelungen, meine ich. Nicht immer so leicht war mein Weg, doch gleichzeitig unglaublich schön, bewegend und inspirierend.

 

Ich habe eben »die Nebenstraßen« benutzt (viele Serpentinen), weg von der »Hauptroute« (keine geradlinige gut ausgebaute Autobahn), einmal quer durchs »Chaos« (mitten durch die engen Gassen von Neapel) und dann wieder zurück in die Ruhe der »Natur«. Rund um den Stiefel Italiens bin ich gefahren, ich habe schöne und auch einige schräge Begegnungen gehabt. Die Zeit verläuft anders, kein Alltagstrott, der die Stunden raubt, keine vorgegebene Route.

 

Im Außen wie im Innen – so habe ich die vielen Turbulenzen meiner Reise bisher erlebt. Wagt man es einmal die vorgegebene Route zu verlassen und zu schauen, was da sonst noch so ist, wird man unglaublich überrascht und  beschenkt. Das Leben ist bunt! Das Leben ist schön! Das Leben ist reichhaltig! Es bietet alles was wir brauchen, um den nächsten Schritt zu tun. Ich glaube auch, dass wir immer dann mit bestimmten und neuen Herausforderungen konfrontiert werden, wenn wir soweit sind, diese zu meistern.

 

Und dann geht es darum, sich diesen Herausforderungen zu stellen, nicht im Kampf, vielmehr im Annehmen des Neuen und Loslassen des Alten. Das ist nicht immer so einfach, denn Veränderungen machen Angst, sind unbequem und wir bewegen uns zunächst auf unsicherem, ja unbekanntem Terrain.

 

Der Weg nach vorn bringt uns weiter, nicht der Weg zurück, nicht die Stagnation. Ich für mich habe gelernt, dass Lebensfreude kein Tages-, ja, kein Dauerzustand ist. Sie kommt und geht mit den Aufgaben, die wir zu meistern haben. Aber sie ist stets in uns – die Lebensfreude –, sie kommt uns nicht abhanden, sie wird nur manchmal arg überlagert von »unserem Freund« namens Verstand, der immer darauf bedacht ist, das Beste für uns zu wollen. Nur leider wurde er über die Jahre sehr konditioniert und meint, er allein darf das Zepter in der Hand halten.

 

Vor ein paar Tagen sind Pio und ich bei herrlichstem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen durch das wunderschöne Südtirol gewandert. Hinter jeder neuen Ecke erwartete uns ein neuer Ausblick über eine herrlich, herbstliche Landschaft, voll von Almenwiesen und Apfelplantagen, deren Bäume mit abertausenden von bunten Äpfeln bestückt waren. Das sind diese kurzen aber intensiven Glücksmomente, in denen alle meine Sinne berührt werden – »jauchzen«! Dann spüre mich ganz bei mir, bin mit mir in Verbindung. Körper, Geist und Seele sind eins und harmonisieren miteinander – »jeder« kommt zu seinem Recht. Ein Geschenk! Meine Seele kann Purzelbäume schlagen, zeigt mir, dass das Sein in der Natur etwas ganz Besonderes ist und »sie« und »ich« fühlen uns wohl. Allein ... All-ein ... alles eins ... Wortspiele fallen mir hierzu ein.

 

Und hier noch eine kleine Erinnerung an meinen Kalenderwettbewerb 2014. Wer mir schreibt, welches sein Lieblingsfoto in meiner Bildergalerie der Monate Mai bis September ist und welches Lieblingszitat bzw. welche Gedanken ihm dazu einfallen, der kann einen von 12 Foto-Kalendern für das Jahr 2014 gewinnen. Schickt mir eine Mail mir Eurem Vorschlag an: mail@anjameineke.de. Einige Mails sind bereits eingegangen. Ich lasse den Wettbewerb noch bis zum 06.10. laufen und mache mich dann an die wahrlich nicht so leichte Auswahl.

 

Und hier geht es zu den neuen Bildimpressionen.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Feli (Freitag, 27 September 2013 16:23)

    Liebe Anja,
    Auch wenn ich es dir schon so oft gesagt habe: Bitte bring ein Büchlein heraus. Dein Text ist wunderbar.
    Ich sitze gerade in Berlin in der Nähe der Museumsinsel und bin in Gedanken bei dir.
    Unser beliebtes ' Ich schenke dir einen Satz' möchte ich gerne aufgreifen. Nur habe ich heute gar keinen Satz für dich, sondern möchte mich für diesen einen, den du uns hier allen im Blog schenkst bedanken: ....Ich glaube, jeder bekommt dann die Herausforderung, wenn er soweit ist, sie zu meistern...
    Berührend an der Schwelle existentieller gesundheitlicher Momente umso mehr ein herzliches Dankeschön.
    Liebe Grüße, Feli

  • #2

    Anja (Samstag, 28 September 2013 12:24)

    Liebe Feli,
    hab' vielen Dank für den schönen Kommentar. Beim Schreiben des Satzes hatte ich auch die von Dir berichteten Erfahrungen im Hinterkopf. Um so schöner, dass Du es genauso siehst. Bin sehr froh, dass Du Deine ganz persönliche Herausforderung meisterst. Freue mich auf weitere Satzgeschenke zwischen uns und natürlich auf Dich.
    Herzlich, Anja