Halbzeit, ein Engel mit Fell und andere Begegnungen

Engel mit Fell
Engel mit Fell

Drei Monate bin ich nun bereits unterwegs. Der Tacho meines mittlerweile so vertrauten grün-weißen Busses zeigt fast 9.000 KM mehr an und mir ist – ich weiß nicht – eigentlich gar nicht so, als ob ich bereits seit einem viertel Jahr reise.

 

Gerade die vergangenen Tage kommen mir vor wie Wochen ... allein die letzten 4 Wochen wie Monate, aber die Monate längst nicht wie ein viertel Jahr.

 

Viel habe ich bisher gesehen, einiges erlebt, bin viele Km gefahren und dabei durch sehr gegensätzliche Landschaften gereist. Einmal rund um den Stiefel, meist immer der Küste entlang.

 

Die Reise verlief bisher – im Außen wie auch im Innen ­– manchmal durchaus turbulent. Im Außen hatte ich ausgesprochen angenehme und schöne Begegnungen mit sehr verschiedenen Menschen, meist Italiener, ab und an auch ein paar Deutsche. Sympathisch ist hierfür fast immer ein zutreffender Ausdruck.

 

Im Innen hatte ich interessante Begegnungen mit mir selbst, wenn auch nicht immer leicht zu durchschauen oder gar anzunehmen, doch letztlich – wie sich herausgestellt hat – immer mit Sinn und einer gewissen Nachhaltigkeit und – ja irgendwie ­– auch erhellend. Wie auch im Außen – wenn ich über diverse Unwegsamkeiten endlich am Ziel angekommen bin – so bin ich im Innen über das Reisen ein paar Schritte und Erkenntnisse weitergekommen. Und dafür bin ich wirklich dankbar!

 

»Last but not least« hatte ich eine wirklich schöne Begegnung mit jemandem, dem ich einen Teil meines Herzens geschenkt habe. Er hat – zumindest mir nicht bekannt ­– noch keinen Namen, ist ca. 7-12 Monate alt und – wie ich mittlerweile der Überzeugung bin – ein »Engel mit Fell«, der – genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort – mit mir zusammengetroffen ist. Auf dem Campingplatz inmitten des Parco Nazionale d’Abruzzo, wo er laut Auskunft der Platzbesitzer bereits seit einigen Monaten lebt und niemandem gehört. Der kleine Racker ist wirklich unglaublich süß und eine Bereicherung!

 

Jeden Morgen hat er mich vor meinem Bus begrüßt, lag, wenn ich anderweitig unterwegs war, am Abend bei meiner Rückkehr bereits wartend unter meinem Bus oder er hat mich auf meinen Wanderungen begleitet. Er wollte versorgt und vor allem bespaßt werden. Und den hatten wir, unseren gemeinsamen Spaß! Ein wunderbares Lebewesen, das Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge in mir geweckt hat.

 

Zu-fälle gibt es ja meiner Meinung nach in dem Sinne eigentlich nicht. Ich bin aber der Meinung, dass alle Begegnungen ihren Sinn haben! Ich glaube an so etwas wie Synchronizität.

 

Den August werde ich übrigens in Deutschland verbringen, ein paar Aufträge bearbeiten und das – hoffentlich dann auch noch – schöne Wetter in Norddeutschland genießen. Ja, ich hatte es von vornherein so eingeplant. Mein Auto kann hier sicher untergestellt werden und wartet darauf, Ende August wieder von mir weiter bewegt zu werden. Es ist spannend für mich, mit den »gereisten« Erfahrungen einer mir sehr vertrauten Businesswelt einen kurzen zwischenzeitlichen Besuch abzustatten. Im Grunde genommen geht die Reise ja auch währenddessen weiter ... und im September und Oktober werde ich meine angefangene Auszeit im Süden weiterführen. Wer weiß, vielleicht habe ich bereits einen Richtungswechsel eingeschlagen. Mit Sicherheit jedoch werden sowohl meine Kunden als auch ich von meiner bisherigen Auszeit auch in der Arbeit profitieren.

 

Hier in Italien ist außerdem im August der Haupt-Ferien-Monat und am 15. August zudem noch »Ferragosta«. Da empfinde ich es als besser mich rauszuhalten und nicht mit den Massen unterwegs zu sein. Zudem hat das Thermometer in der Nähe von Rom gestern Nachmittag 46 Grad Celsius angezeigt. Eindeutig die richtige Zeit für einen Richtungswechsel. 

 

Ich schreibe meinen ReiseBlog weiter und freue mich, wenn Ihr mich auf meiner Reise und dem »Kreise ziehen – die Mitte finden« weiterhin begleitet.

 

Ein paar letzte Juli-Bildimpressionen gibt es auch. 

 

 

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