Kleine Glücksmomente ...

 ... erlebe ich immer mal wieder. Heute Morgen war so ein Moment des kurzen doch intensiven Glücks, in dem es mich durchströmt hat und ich mich »mit der Welt, mit dem Leben verbunden gefühlt habe«. Für einen kurzen Augenblick – ich ging über den Campingplatz – früh am Morgen, alles war noch ruhig, die Vögel erwachten gerade mit ihrem noch dezenten doch bereits klaren Zwitschern, sehr vereinzelt murmelte man mir ein verschlafenes doch wohlwollenes »Buon Giorno!« zu. Und plötzlich war es da, dieses Gefühl des Glücks. Ja, alles ist gut, was gibt es gerade Schöneres?

 

Früh habe ich mich auf den Weg gemacht, nachdem ich nur eine Nacht in Sapri verbracht habe. Nichts für mich, zwar ein lebhaftes Küstenstädtchen, doch ohne weitere Aussagekraft.

 

Mit grobem Ziel weiter gen Süden bin ich losgefahren und habe – mehr durch Zufall – einen kurzen Zwischenhalt an der bereits zweiten Christus-Statue in Maratea eingelegt. Der Segen reist mit mir, mir kann nichts passieren, ich fühle mich aufgehoben und sicher und ... heute irgendwie »ganz bei mir«.

 

Gegen Mittag war noch kein Ort erreicht, an dem ich bleiben wollte. Kalabrien ist grün, mehr als 800 KM Küste umringt diesen eigentümlichen südlichen Landstrich Italiens, mit unglaublich freundlichen Menschen. Überall wo ich anhalte, werde ich neugierig, zwar zurückhaltend doch absolut herzlich begrüßt, man will wissen, was die Deutsche hier im Süden Italien so alleine macht – noch dazu blond, warum also allein? Als ob es davon abhinge. Die Frauen sagen »Brava!«, die Männer schauen mir interessiert aber glücklicherweise eher verhalten hinterher und geben, ... da bin ich sicher, sobald ich um die Ecke bin, ihre Kommentare ab. Ich denke nicht weiter darüber nach.

 

Irgendwann überkommt mich der Hunger, ich muss jetzt und sofort anhalten, und da kommt ein »Ristorante« direkt an der SS18. Es ist erst kurz vor Zwölf, die Kellner machen gerade an gemeinsamer Tafel Mittag, der Eigentümer eilt mir entgegen, es ist niemand sonst da, aber eingedeckt ist für sicher mindestens 100 Personen. Irritiert doch hungrig erkläre ich mich ihm gegenüber ... und bekomme wenig später die besten Gnocchi und Insalata Pomodori, die ich seit langem gegessen habe.

 

Der Eigentümer überzeugt sich persönlich, ob es mir gut geht, ob das Essen in Ordnung sei und erzählt so ganz nebenbei, als er hört ich sei Deutsche, er würde mit seinen Brüdern auch in Deutschland auftreten. Ich stand einem Part der italienischen Bee Gees gegenüber. Genauer gesagt hatte ich es mit Walter zu tun, der mit seinen Brüdern Davide und Pasquale eigentlich aus einem Joke heraus aufgrund eines Radio-Aufrufes die Original-Bee Gees covert und die, mit der Famile Gibb seitdem in enger Freundschaft verbunden sind. Wir haben viel erzählt, gelacht und als ich abfuhr, konnte ich es noch immer nicht glauben. Walter meinte »Ich lerne Deutsch«, ich verabschiedete mich mit den Worten »Io studio italiano«. Immerhin bin ich nun für Februar 2014 auf der Gästeliste der Show in Hamburg eingetragen. 

 

Mit einem Lächeln im Gesicht ob dieser wirklich netten und irgendwie doch unglaublichen Begegnung bin ich nun in Capo Vaticano – kurz vor Sizilien ­– und ... natürlich blicke ich aufs Meer.

 

Es gibt ein paar schöne neue Bildimpressionen. Schaut mal rein, wenn Ihr mögt. 

 

 

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