Ein aufregender Trip ...

Geschafft!
Geschafft!

... war heute meine Reise mit meinem grünen Bus einmal quer durch Neapel.

 

Doch zunächst zu meinem gestrigen Tag. Il Nonno, mein Nachbar vom Campingplatz gab mir noch den Tipp, einen Abstecher nach Sermoneta zu machen, einem mittelalterlichen Dorf mit großer Burganlage und morbider, aber schöner Architektur, hoch über der Ebene der Provinz Latina. Leider zog sich der Himmel viel zu früh dramatisch zu, so dass ich vor einem herannahendem Gewitter »geflohen« bin, ohne mich lange mit dem Ort auseinander zu setzen.

 

Über Latina, Terracina und Sperlonga hat mich die Küstenstraße direkt nach Gaeta geführt. Kein – wie ich finde – so schöner Ort für mich, um über Nacht zu bleiben, aber das Gewitter war mir gefolgt und hat mich aufgrund der Heftigkeit zum Bleiben »überredet«. Ein typisch italienischer Ferienort mit typisch italienischen Urlaubern, allerdings, das gebe ich zu, ist auch hier durchaus schöne Architektur zu finden, meidet man die »gepflasterte Strandregion«. Bei schönerem Wetter wären die zahlreichen Sonnenliegen, die mit Maß in Reih und Glied aufgestellt waren, wohl auch fast alle besetzt gewesen. So aber konnte ich im Abendlicht die Aufführung der Sonnenliegen und –schirme »Tanz aus der Reihe« und »geradlinige Aufstellung« mit irgendwie ungläubigem Gesicht »bewundern«.

 

Nach einer fast schlaflosen Nacht aufgrund von gemeinem Moskitosirren an meinen Ohren bin ich ziemlich gerädert mit meinem beräderten Gefährt früh am Morgen weitergefahren und bin – mit Hilfe der sonoren Stimme von »Anke«, meiner Navigationsbegleitung in Richtung Neapel aufgebrochen. Natürlich wollte ich nicht die Umgehungsstraße gefahren, nein, mitten hinein wollte ich, in das pulsierende Leben dieser sowohl geliebten als auch gehassten Stadt. Da scheiden sich die Geister – auch meine! Ich habe eine fantastische Stadtrundfahrt mit Reiseleiterin »Anke« erleben dürfen und fühle mich gerade in etwa einen Meter größer, weil ich es geschafft habe – diese Herausforderung. Fantastico Anja! Gut gemacht! Rechts und links ein Küsschen auf die Schulter. Man sollte sich auch ruhig mal selber loben.

 

Das heutige Abenteuer hieß also hinein ins Verkehrschaos, durch sehr(!) enge und kaputte Straße, vorbei an buntem, lautem Treiben, grüne Oasen und schmutzigen, stinkenden Mülloasen. Der Neapolitaner an sich scheint, wenn er will, die Gelassenheit in Person zu sein. Nach ungefähr 30 Min. hatte ich die Verkehrsregeln drauf. Man fährt, sonst bleibt man stehen und wer stehen bleibt und anderen Verkehrsteilnehmern aller Art die Vorfahrt gewährt ist selber Schuld, denn so leicht lässt es sich nicht wieder losfahren – steht man erstmal. 

 

Zweimal bin ich, fast in eine entgegen gesetzte Einbahnstraße gefahren, weil zwar die Richtung, in die ich wollte, noch entsprechend ausgeschildert war, man aber derweil beschlossen hatte, eine Einbahnstraße daraus zu machen. Für einen Ausländer wie mich, nicht auf den ersten Blick klar ersichtlich. Aber die Italiener passen auf, schnell wurde ich angehupt, man rief mir hinterher, lotste mich richtig und wünschte mir in aller Hektik noch eine »Buon Viaggio!«. Neapel kann Spaß machen ... oder fertig machen. Ich habe mich für den Spaß entschieden.

 

Ach ja, und immer wenn ich glaubte, jetzt wird es ruhiger, ich habe es geschafft, kam der nächste Stadtteil in dem es ähnlich laut, chaotisch, voll und hektisch doch irgendwie trotzdem ohne Unfälle zuging. Irgendwann hörte ich mich selbst schon »Madonna« rufen, weil ein italienisches Auto vor mir nicht schnell genug fuhr. Irgendwie anpassungsfähig, oder?

 

Nun bin ich schon einen Teil der wunderschönen beginnenden Amalfiküste entlanggefahren, wie Ihr seht noch immer nicht im Cilento angekommen, weil ich entschieden habe, hier in Marina del Cantone mal wieder einen Zwischenstopp einzulegen. Bisschen laut hier in der Bar, in der ich meinen Blog schreibe, aber unten ist es ruhiger. Neapel ermüdet auch. Ich mache Pause ... und blicke aufs Me(h)er – mal wieder. Bis morgen!

 

 

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