Mit den Zehen Butterblumen pflücken ...

Sommer, Sonne, Leichtigkeit
Sommer, Sonne, Leichtigkeit

... ist eine alte Kindheitserinnerung von mir. Gerade habe ich es ausprobiert. Zwar nicht mit Butterblumen, da sie hier gerade nicht blühen (daher habe ich auch kein passendes Foto), dafür aber mit schlichtem Gras. Ging nicht so gut, da es aufgrund zunehmender Sonneneinstrahlung schon leicht vertrocknet ist, aber die Zehenfertigkeit funktioniert noch ganz gut.

 

Wie komme ich auf so etwas? Ich lese gerade ein schönes Buch von Zsuzsa Bank »Die hellen Tage« und bin aufs Neue inspiriert durch ihre Sprache. Das Buch erzählt von der Freundschaft dreier Kinder, die gemeinsam - "hinter Kirchblüt, wo die Felder beginnen und die Kieswege sich kreuzen" - aufwachsen ... 

 

Ich habe die ersten Seiten des Buches »verschlungen«, handeln sie doch von Leichtigkeit und Lebensfreude, die man meist als Kind erleben durfte. Und da ich mich gerade immer wieder während meiner Auszeit mit dem »inneren Kind« beschäftige, welches uns auch einen Zugang zu unserer Lebensfreude bietet, bot das Buch für mich einen passenden Einstieg in die Geschichte.

 

Laut Wikipedia (...) bezeichnet und symbolisiert »das innere Kind« die im Gehirn gespeicherten Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Hierzu gehört nicht nur die Lebensfreude, sondern auch Schmerz, Glück, Traurigkeit, Intuition und Neugierde, etc. 

 

»Sich freuen wie ein Kind« ist so ein Satz, den jeder kennt. Erinnert Ihr Euch, wann Ihr Euch das letzte Mal aus tiefstem Herzen und mit größtmöglicher Leichtigkeit »gefreut habt wie ein Kind«? Wann Ihr Euren Kopf ausgeschaltet habt, nicht darüber nachgedacht habt, was richtig oder falsch ist oder was andere über Euch denken könnten? Wann Ihr das letzte Mal Eurem Herzen gefolgt seid – ganz ohne den Verstand?

 

Gut, ich gebe zu, auch ich bin äußerst dankbar, so oft schon meinen Verstand, der mich immerhin so weit wie ich gerade bin im Leben gebracht hat, nutzen zu können. Aber er spielt sich eben auch gerne mal auf, der Verstand. »Denkt« er ist der Größte und es gibt »niemanden« außer ihn, der ebenso wichtig ist. Natürlich ist er geprägt von unseren Erfahrungen und dem was uns unsere Eltern, Angehörige, Freunde und Gesellschaft – nicht immer, doch sicher häufig – nach bestem Wissen und Gewissen, eben nach eigenen Erfahrungen und erlernten Regeln eingeprägt haben. Und es ist ja eben manchmal – im Zeitalter des »keine Zeit habens« – auch ganz bequem, die Dinge nicht zu hinterfragen oder zu reflektieren. Wer anders ist, wer hinterfragt, ist auch für die Gesellschaft unbequem ... macht ihr Angst – siehe jüngste Vorkommnisse im nahen Osten. Wer oder was anders ist, »will« oder besser muss kontrolliert werden und hinter dieser Kontrolle steckt am Ende wieder die Angst. Und es braucht Menschen, die darauf aufmerksam machen. Auch das haben jüngste Ereignisse in der Welt gezeigt. Werte vs. Regeln. Regeln, die irgendwann auch aufgrund von Werten entstanden sind.

 

Da gilt es achtsam zu sein ... und die Achtsamkeit beginnt – davon bin ich überzeugt – zunächst bei uns selbst. Wie wollen wir achtsam im Umgang mit anderen sein, wenn wir es mit uns selbst nicht sind? Wenn wir gar nicht (mehr) bemerken, was hinter unserem Handeln steckt? Das funktioniert nicht und führt dazu, dass wir häufig dabei sind, »den anderen« unseren Willen aufzudrängen. Nicht immer zum Besten für uns und schon gar nicht für andere. Kontrolle ist machtvoll und mit dieser Macht gilt es ebenfalls achtsam umzugehen. Auch dies liegt in der Verantwortung – nicht nur von Führungskräften – sondern eines jeden im Umgang mit anderen Menschen.

 

Führung fängt bei uns selbst an. Es geht nicht nur um die äußere Führung, wie ich es viele Jahre mit Freude und Leidenschaft und aus tiefer Überzeugung in meinen Seminaren »gelehrt« habe. Wie will ich Führungskraft sein und die Kraft zur Führung haben, wenn ich mit mir – meinem inneren Kern, der auch mit dem inneren Kind verknüpft ist – nicht in Kontakt stehe? Wenn ich »mich und meine Emotionen, die ganz sicher einen Grund haben«, nicht beachte? Innere Führung ist Führung aus dem Herzen, die – gepaart mit der Führung nach außen – durchaus positiv und kraftvoll sein kann. 

 

Wie oft mir das gelingt? 

Leider immer noch viel zu selten, sagt eine negative Sitmme in mir, die es gewohnt ist Leistung zu erbringen, treu ihren Glaubenssätzen zu folgen, immer gut sein zu wollen und nach mehr zu streben.

Glücklicherweise immer mal wieder sagt die positive Stimme, die mit mir selbst in Kontakt ist, die bereits eine Idee der innewohnenden Leichtigkeit und Freude hat und weiß, wie es sich auch anders anfühlen kann. Die, die Entscheidungen im Kopf zwar wertschätzt, aber ihnen nicht immer folgen mag, weil das Herz ihr etwas anderes, nicht immer, doch meistens, etwas Leichteres zuflüstert.

 

Und hier gibt es noch ein paar erste Juli-Bildimpressionen.

 

 

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