La luna piena

La luna piena
La luna piena

In Italien verhält es sich anders als bei uns in Deutschland – keine Frage. Hier ist der Mond »weiblich« (la luna) und die Sonne (il sole) »männlich«. Funktioniert also auch. Wobei man, wollte man es vertiefen, durchaus auch »das Weib« (was aber ja wieder der deutschen Sprache angehört) als neutrale Form ansehen könnte – wohlwissend seitens uns Frauen, dass es sich dabei ganz und gar nicht so verhält, haben wir doch vielmehr beides, also » die männliche als auch die weibliche Seite« in uns integriert. 

 

Schwieriger wird es dann eher bei »der Mann«. Hier ist zumindest nicht schon auf den ersten Blick offensichtlich, dass im Manne auch das Weibe steckt. Dem Einen oder Anderen wird es vielleicht sogar Recht sein. Aber wer will da schon spitzfindig sein, wenn, dann doch nur im Sinne einer internationalen Grammatik. Ob männlich oder weiblich und wer in sich was am stärksten ausgeprägt hat, scheint hier in Italien auch eh nicht so sehr eine vordergründig diskutierte Thematik zu sein. Hier ist es eben wie es ist – der Mann lebt das Männliche, die Frau lebt das Weibliche. Und dies in z.T. recht ausgeprägter und manchmal nicht unangenehmer Form. Und selbstverständlich kommen da jeweils auch die anderen Seiten zum Tragen.

 

Weshalb ich das schreibe? Das sind einfach nur meine Gedanken, die mir heute zum Thema »Vollmond« – eben »la luna piena« gekommen sind. Eigentlich wollte ich ganz anders anfangen. Aber manchmal muss ich mich erstmal warm schreiben.

 

Gestern also, als ich hier in der Casa Carla in Secchieto – irgendwo in der Maremma, der südlichen Toskana – ankam, ich mit einem Glas gekühltem Weißwein von den herzlichen Besitzern »Carla und Wolfgang« empfangen wurde, anschließend (mit meinem gesamten Busbestand) »meine« Casa bezogen habe, um hier für 2 Wochen die Seele baumeln zu lassen, bin ich zudem noch von einem fulminanten Vollmond, der über den Hügeln der Toskana aufging empfangen worden. Was für ein Satz! Genauso voll und scheinbar endlos, wie meine gestrigen Eindrücke

 

Und als dann noch mein Blick nach rechts schweifte, weg vom Schein des Vollmonds hin zum verblühenden und dennoch duftenden Rosenstock, zeigten sich mir noch viele, viele umherfliegende, wild doch in Eintracht blinkende Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula). Diese Gelegenheit nutze ich und schicke einen lieben Gruß an Irmi, die mir auf der Isola d'Elba von ihren Erlebnissen mit den Glühwürmchen berichtete. 

 

Hier – mit weitem und zugleich fernem Blick auf die umliegende Toskana – möchte ich mich sortieren, vielleicht sogar strukturieren und bin dabei selbst gespannt, ob es mir gelingen wird. Vielleicht aber möchte auch gar nichts strukturiert und geplant werden und es handelt sich bei dem Wunsch nur wieder um eine »Einladung in alte Gewohnheiten«. Obwohl ich dies manchmal durchaus genieße und nutze, um mich zwischendurch »zu erden«. Warum mache ich das noch mal? Wo will ich eigentlich hin? Was sind meine Bedürfnisse dahinter? Wie darf es weitergehen? Was darf bleiben? Was soll gehen?

 

Aber dazu mehr in einem der nächsten Artikel zum Thema »Selbstvergessenheit« und »sich besinnen«. Wobei letzteres aufs Neue durch schöne und bereichernde Zwischendurch-Gespräche mit »den Kringels« angestoßen wurde. Wer das ist? Der Name ist ein Pseudonym für eine bereichernde Begegnung mit einer sehr sympathischen Familie, die mir ebenfalls auf Elba begegnet ist. »Die Kringels« kommt von TimOn (mit Kringel im O), und JakOb (dito), MirkO (dito) und ChrisTina (der Kringel im O versteckt sich im zweiten nicht genannten Vornamen). Liebe Grüße an Euch und gute Reise! Welch eine Freude Euch begegnet zu sein. 

 

 

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