Tanti Auguri – Grazie Mille ...

Fernweh I
Fernweh I

... für die zahlreichen Geburtstagskommentare, -mails, -sms und -anrufe von Euch. Ich habe mich SEHR darüber gefreut, dass Ihr an mich gedacht habt. Vielen Dank!

 

Am Freitag bin ich also direkt nach dem Abschluss an der Sprachschule – wo mich meine internationalen Kommilitonen auf italienisch »haben hoch leben lassen« – auf die schöne Isola d’Elba übergesetzt und befinde mich nun an einem Campingplatz direkt am Meer in Lacona. Schaue ich morgens nach dem Aufstehen aus dem Bus, führen mich meine Augen direkt an das Meer.

 

Endlich habe ich ein wenig das Gefühl von »Ankommen«, nach vielen schönen und auch turbulenten Wochen, fast kann ich schon sagen Monaten. Die Bedeutung von »ankommen« ist vielseitig, das Ankommen was ich meine wird beschrieben mit »ein Ziel erreichen« und als Unterpunkt mit »jemand, der los ging (beispielsweise auf eine Reise)«. Hier habe ich Zeit und Muße einfach zu sein, mich nicht zu stressen, meine Anspannung mehr und mehr loslassen zu können.

 

Ist es das Meer, das mich dazu einlädt, die Ruhe oder einfach das Sein in der Natur mit all den Geräuschen – dem sanften Meeresrauschen, dem leichten Wind in den Bäumen, dem Vogelgezwitscher oder den Nebengeräuschen der umliegenden Nachbarn, die mir ein wenig das Gefühl geben, in etwas eingebunden zu sein? Wahrscheinlich von allem etwas. 

 

Ich sitze, stehe, liege oder gehe vor, von und hin zu meinem schönen Bus, der mein Zuhause geworden ist und mir zunehmend vertraut wird. Die Dinge finden sich – wenn auch noch nicht in ausgeprägter Form – wieder. Wobei ich sagen möchte, dass sich diese Aussage derzeit überwiegend noch darauf bezieht, dass ich anfangs immer wieder Dinge in meinem Bus verlegt habe und sie zunächst partout nicht wieder finden konnte. Wer meinen Bus schon einmal gesehen hat, weiß, dass es so viele Möglichkeiten zum Verlegen eigentlich gar nicht gibt. 

 

Sicher hat dies auch etwas mit dem schönen Wort »Achtsamkeit« zu tun. Im gegenwärtigen Augenblick nicht anwesend zu sein, irgendwo in der Zukunft oder in der Vergangenheit zu verharren. Es ist wie es ist und mit etwas Geduld kommen die Dinge schon irgendwann wieder zu einem. Dies ist natürlich nur eine Metapher dafür, dass meine Auszeit u. a. den Grund hat, das etwas zu mir kommen soll, von dem ich nur eine Ahnung davon habe, was es sein könnte. Wer suchet der kann sich auch finden lassen. Doch mit zu wenig Achtsamkeit kann es mitunter passieren, dass man vielleicht die vielen Möglichkeiten, die sich einem tagtäglich immer wieder aufs Neue bieten, gar nicht wahrnimmt und man an dem, was eigentlich auch noch sein könnte, vorbei rennt. 

 

Hierzu gibt es eine einfache Übung, die man jeden Abend vor dem Einschlafen machen kann und die wirklich nur ein wenig Disziplin und ein paar Minuten in Anspruch nehmen. 

 

So kann man bei geschlossenen oder offenen Augen den Tag noch einmal Revue passieren lassen und bei Begegnungen, Gesprächen oder sonstigen erlebten Situationen kurz verharren. Was hätte sich beispielsweise scheinbar ganz profan aus einem Gespräch mit dem Postboten, einer Kollegin oder dem Reinigungspersonal oder aus einem entgegengebrachten Lächeln ergeben können? Oder daraus, jemandem die Vorfahrt zu gewähren, auch wenn man selbst sie eigentlich gehabt hätte. Es geht nicht nur um die scheinbar großen Dinge, auf die wir warten und die sich uns bieten (können und sollen) sondern auch um jede einzelne Begebenheit für sich, die weitere Möglichkeiten bergen kann. Wir entscheiden (bewusst oder unbewusst) jeden Tag, jeden Moment aufs Neue, welchen Weg wir einschlagen und welche Möglichkeiten wir daraus wahrnehmen und welche nicht. 

 

Im Übrigen habe ich ein paar neue Bildimpressionen der vergangenen Tage eingestellt, die betrachtet werden möchten. Ich hoffe, Ihr habt genauso Freude daran wie ich.

 

 

Kommentare: 3 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Erika (Montag, 17 Juni 2013 17:27)

    Liebe Anja,
    heute bin ich während meiner Pause in die Betrachtung deiner Bilder versunken. Wunderschön und sehr inspirierend.
    Liebe Grüße
    Erika

  • #2

    Anja (Montag, 17 Juni 2013 17:32)

    Liebe Erika,
    wie schön, das freut mich sehr. Die Bilder kommen sobald ich meinen Kopf ausschalte und einfach genieße:-).
    Und wenn sie dann noch Deine Pause versüßen ... herrlich!
    Bis bald, dicke Umarmung.
    Anja

  • #3

    Jürgen (Dienstag, 18 Juni 2013 00:49)

    Liebe Anja, wie immer, so auch in diesem Jahr mit Verspätung und aus der tiefen Nacht heraus: Alles Liebe und Gute für das bereits begonnene Lebensjahr aus dem hohen Norden, wo gerade auch der Sommer anfängt. Deine Reiseeindrücke und auch die Bilder sind ganz groß! Danke, dass wir, dass ich teilhaben darf an Deinem Weg.
    Jürgen