Ab ins Kloster ...

Ab ins Kloster ...
Ab ins Kloster ...

... dachte ich mir, als ich gestern das Schild links an der Straße kurz vor Pienza sah. 3 Tage "minimum stay". OK, ich brauche mal was anderes als die Matratze in meinem Bus. Vor allem brauche ich Ruhe. Nichts hören, ruhige Atmosphäre, runter kommen, nicht mehr umherfahren und außerdem war ich wie immer »neugierig« und wollte mal sehen, wie es sich so in einem italienischen Kloster schlafen lässt. 

 

Ornella hat mich begrüßt – eine großartige Frau, die hier das Management des Agriturismo auf S' Anna betreibt. Eigentlich ein Bed & Breakfast, manchmal gibt es auch Dinner. Wenn nicht – selbst versorgen!

 

Hier ist es so ruhig – das hat mich erstmal etwas irritiert. Was mache ich hier eigentlich? Irgend etwas hat mich doch getrieben links abzubiegen und spontan zu entscheiden, hier drei Nächte zu verbringen. Was will ich damit anfangen? Mal wieder lasse ich es auf mich zukommen.

 

Hier wurde übrigens »Der englische Patient« gedreht. Ein toller Film vor grandioser Kulisse. Noch ist die »Crete-« grün und üppig, in ein paar Wochen wird hier alles verbrannt und bräunlich sein. So wie man die südlich gelegene Toskana im Hochsommer und Herbst (und sei es nur von Bildern) kennt.

 

In den vergangen 5 Wochen habe ich nicht so entspannt geschlafen wie hier. In der Nacht höre ich absolut nichts außer die Natur – vor allem Käuzchen, die miteinander kommunizieren. Da wird mir ganz warm ums Herz, das sind alte Kindheitserinnerungen. Schon allein dafür hat sich dieser Abstecher hier gelohnt. Und zu einem kargen gewohnt italienischen Frühstück erklingt Freejazz durch alte Klostermauern. Herrliche Atmosphäre. Letztes Jahr soll hier eine französische Gruppe von Leuten ein indisches Fest über 1 Woche lang gefeiert haben. Wenn das nicht International und »über-religional« bedeutet. Und hier handelt sich um ein katholisches Kloster wohlgemerkt. Aber um die Gemäuer zu erhalten hat man sich für den touristischen Weg entschieden.

 

Und dann die Landschaft. Jeden Stein, jeden Baum, jede Aussicht möchte ich in mir aufnehmen und festhalten. Aber wirklich festhalten geht nicht, höchstens in digitaler Form. Für die Zukunft und, um Euch Bildimpressionen zu schenken.

 

Doch der Moment vergeht – mit jedem Atemzug – einatmen und ausatmen – und im Geiste sind wir schon irgendwo im »Jahre sonst so«, nur nicht im Hier und Jetzt. Das ist ein wichtiges Thema für mich um die Lebensfreude wieder zu steigern.

 

Bei meiner heutigen Wanderung kam ich, wie so oft ins Nachdenken. U. a. inspiriert von einem Buch, das ich gerade lese. Andreas Altmann hat das Buch »Triffst Du Buddha, töte ihn« geschrieben. Ich lese es mit einer Mischung aus Faszination und »genervt sein«. In Teilen polarisiert es mich und einige Aussagen treffen mich – ja, bisweilen verletzen sie mich auch. Denn darin erkenne ich mich durchaus manchmal wieder und fühle mich angesprochen. 


In meinem nächsten Blog erzähle ich mehr darüber.

 

 

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Woifi (Freitag, 07 Juni 2013 07:58)

    ... und wenn ich schon gerade dabei bin...:-) 'Ab ins Kloster' klingt nach einem spannenden Zwischenstopp und einem Gesamtpacket der Gefühlswelten - total schön zu lesen! Mach's gut und weiterhin alles Gute:-)