Lucca ...

It's raining again ...
It's raining again ...

... ist eine wirklich sehenswerte Stadt in der nordwestlichen Toskana. 

 

In der Nacht hat es heftig geregnet. Irgendwo tropft es in mein Auto hinein. Muss noch herausfinden wo. Früh bin ich auf und nach einem leckeren Camping-Kaffee und heißer Dusche ab in die Stadt. Der Himmel versprach einen sonnigen und warmen Tag. Rasch waren die Regentropfen der Nacht  vergessen.

 

Welch Festung diese Stadt umgibt. Einmal unzerstört ringsum. Man flaniert auf der Festung, fährt Inliner, Fahrrad, Skatboard, man joggt, walkt, geht spazieren und manchmal sitzt man auch nur da, um zu schauen. Hier muss auch Astrid Lindgren gewesen sein. Ein buntes Treiben, ein Bild von Leben, Vielfalt und Gemütlichkeit. 

 

Enge gepflasterte Gassen, jede Menge Kirchen, Museen, Piazzas, Cafés, die zum Espresso oder Capuccino einladen, fantastische Bauten und gemütliche Läden. Ich weiß dann immer gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll, nach oben auf die Bauwerke oder nach unten, die Einladungen der vielen bunten Läden annehmen. 

 

Hier findet Ihr ein paar schöne Bildimpressionen der Stadt. 

 

Es gibt noch eine Geschichte zum Besten:

Um die Mittagszeit bin ich in ein Lokal gegangen und habe leckere hausgemachte Pasta gegessen. Der Himmel zog sich bereits zu, aber wir Touristen wollen ja um jeden Preis jede Minute im Freien verbringen – so auch ich. Das zieht vorüber, außerdem sitze ich ja unter dem großen Sonnenschirm, ich geh' doch jetzt nicht rein. Schon bald begann es heftig zu blitzen und zu donnern, doch der Regen hat noch etwas gezögert. Irgendwann ging es dann los. Dicke Regentropfen hatten auch bald schon die Sonnenschirme und somit auch uns Touristen durchweicht. Also alle rein. Das war eng, aber irgendwie auch gemütlich. Man kam ins Gespräch, ins Palavern, wer wohin, woher, mit wem, warum, wie lange, ach ja, das wollte ich auch schon immer mal machen so ein »sabbatical«. War schön, auf alle Fälle. Aber natürlich ... es standen noch andere Leute im Türeingang, freundlich aber bestimmt wurden wir gebeten, die Plätze zu tauschen. Heißt, wir in den Türeingang – immerhin hatten wir fertig gegessen – und die anderen an den Tisch, die hatten immerhin noch Hunger. 

 

Und es regnete und regnete ... und schien auch sobald nicht aufhören zu wollen. Da hatte ich nun meinen schönen blauen kleinen Knirps in meinem Bus liegen lassen. Sah ja nicht nach Regen aus. In Lucca gab es ein paar gewiefte Straßenhändler, die von der fliegenden Sorte und die – bei Regen – sofort zur Stelle sind. Die Arme voll mit kleinen und großen Regenschirmen, ein angemessener Preis, aber wenn es schon mal regnet und ihre Zeit gekommen ist, dann schlagen sie zu. Verständlich. Aber heute wollte keiner so richtig zugreifen. Ich auch nicht. Hab ja meinen kleinen blauen, brauche keinen zweiten – dachte ich. 

 

Und es wurde irgendwann weniger. Man verabschiedete sich, wünschte sich das Beste usw.

Pustekuchen, das war erst der Anfang einer Serie von Hagelgewittern und Regengüssen. Bis zum Campingplatz sind es ja nur ca. 1 km Fußweg. Aber schauen kann man ja mal, im nächsten Shop nach einem großen, bunten Regenschirm. Ist sicher günstig hier. Hätte ich mich mal rechtzeitig an den Straßenhändler gehalten ... Eine Frau vor mir im Geschäft (italienisch wohlgemerkt) beschwerte sich lautstark darüber, dass die Schirme hier im Laden doch dreimal so teuer seien wie auf der Straße. Gut, mein italienisch ist nun wirklich nicht gut, aber das habe selbst ich verstanden. Der Verkäufer, bemüht höflich und freundlich zu bleiben, erklärt das »warum und weshalb«. Als fliegender Händler muss man keine Steuern und selten Standmiete zahlen – vorausgesetzt man ist schnell genug, wenn die Carabinieri kommen und lässt sich nicht erwischen. Aber sie ließ sich nicht besänftigen, zeterte, meckerte und kaufte den Schirm – so auch ich. 

 

Am Nachmittag bin ich weitergefahren, wieder spontan, wieder Richtung Süden, wieder durch fantastische toskanische Landschaft. Hier ist es schön! Ich möchte bleiben. Ich bin bis San Gimignano gekommen. Spät angekommen, noch einen entfernten Platz gefunden und mit Vino Bianco und ein paar Chips gemütlich in den Bus gesetzt und geschrieben. Für Euch, für mich. Buena Notte!


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