Spontaneität, die ...

Geradliniger Weg

Laut Wikipedia folgt die Person (also die, die spontan handelt) aus eigenem Antrieb auf eine für die Umwelt oft überraschend schnelle Weise, ... (weiterlesen). Spontaneität basiert anscheinend auch auf einem besonderen Maß an Intuition. Wer spontan handelt, heißt es da, hat gute Erfahrung im Umgang mit den eigenen Emotionen. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass ein zu hohes Maß an emotionaler Spontaneität sowohl für einen selbst als auch für den anderen manchmal durchaus etwas irritierend wirken kann. Ach ja und bei körperlichen Ereignissen handelt sich dabei um eine Art Reflex. Das kann ja manchmal wiederum durchaus vorteilhaft sein. 

 

Was veranlasst mich heute darüber in meinem Blog zu schreiben? Sicher unter anderem die Tatsache, dass ich heute Mittag spontan (mit kurzfristiger Ankündigung) auf einen Besuch bei einer Kollegin am Zürichsee vorbeigefahren bin, das Glück hatte, sie zu Hause anzutreffen und von ihr Willkommen geheißen wurde.

 

Eigentlich hatte ich mir gestern Abend ja vorgenommen, heute solange zu fahren, bis die Sonne scheint. Aber heute bin ich müde. Wovon – mag sich da der eine oder andere fragen? Vom Reisen, dem Wetter, vom »immer wieder Entscheidungen neu treffen« und vielleicht auch davon, endlich einmal die Zeit zu haben, mich treiben zu lassen. Widersprüchlich? Finde ich nicht.

 

Wenn wir unserem täglichen »äußeren« Rhythmus folgen, also einer (im übrigen wie ich der Meinung bin) frei gewählten aber von äußeren Rahmenbedingungen abhängigen Tagesstruktur folgen (Arbeit, Familie, biologische und lebenserhaltene Rhythmen, etc.), leben wir doch häufig entgegen unserer eigenen Chronobiologie. Man geht Verpflichtungen ein, versucht seinen eigenen Werten gerecht zu werden, hält Versprechen und Verträge ein – häufig viele Jahre lang – ohne sich darüber bewusst zu sein oder zu werden, wie die eigene innere Uhr tickt und was das entsprechende Tageszeit abhängige Bedürfnis ist. Ich glaube, wichtig ist es, sich immer wieder Pausen zu gestatten und sich die Zeit zu nehmen, wenn auch nicht von heute auf morgen möglich, sich seiner bewusst zu werden. Ich bin sicher, dieses Thema werde ich in späteren Blog-Beiträgen wieder besprechen. Freue mich über Eure Kommentare hierzu.

 

So, genug philosophiert – jetzt geh' ich runter an den Zürichsee und trotze dem Regen. Wie sagte letztens jemand in einem TV-Reisebericht »Ich bleibe stehen, mache eine Pause und genieße das Naturschauspiel.«


Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Manuela Gehringer (Dienstag, 21 Mai 2013 19:37)

    Liebe Anja,

    vielleicht sollte man lernen, die eigene innere Uhr ohne Zeiger zu betrachten, damit das ticken das Innere befreiender und bewußter werden lässt....

    Ich wünsche dir eine weiterhin schöne Reise!

    liebe Grüße
    Manuela

  • #2

    Anja (Mittwoch, 22 Mai 2013 07:06)

    Liebe Manuela,
    danke Dir für die inspirierenden Worte. Deinen Worten entnehme ich auch, dass es dabei darum geht, mehr zu fühlen, was manchmal nur funktioniert, wenn wir ab und an den Kopf und das drumherum bewusst ausschalten. Darauf also achten, wenn uns der Körper Signale gibt und versuchen zu verstehen, was sich dahinter verbirgt - unser Bedürfnis wahrzunehmen.