München – Die Schönheit des Lebens

Flexibilität und Balance
Flexibilität und Balance

Ich weiß, wenn man zuviel davon redet, wie gut es einem gerade geht, begegnet einem manchmal – nicht zwingend häufig – ein komischer Blick, Erstaunen und mitunter auch Unverständnis. Um so schöner, dass es auch Menschen gibt, die sich ebenfalls oder mit einen freuen und denen manchmal in Momenten bewusst wird, dass ihr Leben auch gerade sehr schön ist, so wie es ist. Mir ist dazu heute eine kleine Anekdote eingefallen, die ich im vergangenen Jahr an einem auftragsfreien Tag erlebt habe.

»Haben sie aber ein schönes Leben« war die Aussage einer Frau, die mich eines Tages (vor einem Kinoplakat stehend) zu dem Titel dieses kleinen Textes inspirierte. Ich fragte sie damals nach dem Wochentag, weil ich wissen wollte, ob der Film denn an genau dem Tag laufen sollte und er mir auf die Schnelle nicht einfiel. Diese Frage veranlasste die Frau mir darauf zu antworten, dass ich es doch gut habe und ob es nicht unheimlich schön sei, nicht in der wöchentlichen Mühle des Arbeitslebens »gefangen« zu sein? Einfach mal zu vergessen, welcher Wochentag gerade sei. Das hat meine Gedanken hierzu in Wallung gebracht. Für mich als »Freelancer« gibt es nicht zwingend ein geregeltes Arbeitsleben. Damit muss man umgehen können. Ich persönlich liebe das. Da ist mal ein Mittwoch oder Donnerstag frei, dafür aber ein Samstag oder Sonntag ein Arbeitstag.

Ist die Schönheit des Lebens abhängig von einem Wochentag? Darf es immer nur am Wochenende schön sein, wenn wir nicht arbeiten? Oder im Urlaub, wenn wir frei haben? Was verbinden wir mit den einzelnen Wochentagen, welchem Rhythmus folgen wir? Wie und worüber definieren wir uns? Dürfen wir uns die Schönheit des Lebens nur dann erlauben, wenn wir etwas leisten? Oder leisten wir etwas, damit wir uns etwas erlauben dürfen oder können? Welche Bedeutung hat Erlaubnis? Und wer gibt uns die … wenn nicht wir selbst?

Was ist das eigentlich – Muße? Ulrich Schnabel hat dazu verschiedene Aussagen recherchiert und beleuchtet. In seinem Buch spricht er davon, dass …

 

  • Muße etwas mit Eigenzeit zu tun hat. Darin wird Muße auch als jene Zeiten definiert, die wir mit Tätigkeiten füllen, die uns direkt Freude bringen.
  • Muße bedarf vor allem einer Sache – ausreichender Zeit. Da fühle ich mich gleich wieder im richtigen Boot und durchaus zugehörig.
  • Muße hat mit Eigenzeit zu tun, sagt jemand anders darin ... und Muße ist die Übereinstimmung zwischen mir und dem, worauf es in meinem Leben ankommt.
  • Muße hat etwas mit innerer Haltung zu tun – dem Ideal der Eigenzeit. Da muss auch meiner Meinung nach nicht zwangsläufig unterschieden werden zwischen Arbeitszeit und Freizeit.


Da haben wir neben Astrid Lindgren nun auch Ulrich Schnabel und Goethe: Die Kunst der Muße ist ... stehenzubleiben und das Glück des Augenblicks zu genießen ... und nicht ständig unseren Wünschen nachzurennen.

 

 

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