Zwiegespräch mit Goethe

Goethe im Schein der Laterne
Goethe im Schein der Laterne

Auf meinem Weg zwischen Göttingen und Frankfurt habe ich einen kurzen Abstecher durch NRW gemacht. Bei einer Übernachtung im Wohnzimmer eines Freundes, dem ich auf meiner Pilgerwanderung auf dem Weg des Heiligen Franz von Assisi zwischen Florenz und Rom im vergangenen Jahr begegnet war, fiel mein Blick auf eine Büste von Goethe, der – angeleuchtet von einer Laterne – mich zu einem nächtlichen Zwiegespräch einlud.

 

Inspiriert von den abendlichen Zeilen zuvor in einem Buch von Ulrich Schnabel »Muße – Vom Glück des Nichtstuns«, begann ich mein Gespräch mit Goethe, der u.a. die Meinung vertrat, dass das größte Unglück im Leben die Eile sei sowie das Leben in rasender Geschwindigkeit zu durchlaufen, für den Menschen nicht unbedingt von Vorteil sei.

 

Ja genau, wo bleibt eigentlich die Muße? Ist es das, was ich mir von meiner Auszeit wünsche? Einfach mal Zeit für Muße zu haben, zum – durchaus von einigen Menschen verpönten – Müßiggänger zu werden? Wer kennt nicht den Spruch »Müßiggang ist aller Laster Anfang«? Muss ich nun ein schlechtes Gewissen bekommen? Was machen wir uns das Leben doch manchmal auch schwer, selbst in Zeiten, in denen es gar nicht ist.

 

Ich habe mich dagegen entschieden und freue mich darauf, durch mehr Muße in meinem Leben mehr Balance zu erfahren. Meinen Kopf frei bekommen und aufräumen, um Platz für neue Ideen und mehr Kreativität zu schaffen. Im Gedanken, genau das für mich Richtige zu tun, ließ es sich gleich besser einschlafen ... und Goethe schaute auch am Morgen darauf noch – irgendwie ahnend – mir eine gute nächtliche Inspiration gewesen zu sein.

 

 

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